Die hydrodynamische Druckentwicklung in geschmierten Systemen wird bei großen Schmierspalthöhen durch die Makrogeometrie der Körper bestimmt. Mit abnehmender Schmierspalthöhe wird die makrohydrodynamische Druckentwicklung immer mehr durch mikrohydrodynamische Effekte an den Rauigkeiten beeinflusst. Je nach Größe der Rauigkeiten und deren Ausrichtung zur Strömungsrichtung, kann es zu einer Strömungsbegünstigung oder Strömungsbehinderung kommen.

Inwieweit diese Strömungsbeeinflussungen eine Tragfähigkeitssteigerung oder -minderung zur Folge haben, hängt von den Betriebsbedingungen des jeweiligen Systems ab. Gezielte Mikrostrukturierungsmaßnahmen können daher bei richtiger Auslegung leistungssteigernde oder lebensdauererhöhende Wirkungen zur Folge haben.

Die Berücksichtigung mikrohydrodynamischer Einflüsse kann grundsätzlich auf zwei Wegen erfolgen. Entweder durch die Beschreibung der Schmierspaltgeometrie bis auf Rauigkeitsebene oder durch die Einführung von Flussfaktoren (spalthöhenabhängige Korrekturfaktoren), die in die Berechnung der Hydrodynamik mit glatten Oberflächen einfließen. Zu unterscheiden sind hier Druck- und Scherflussfaktoren. Da eine hochaufgelöste Beschreibung der Schmierspaltgeometrie bis auf Rauigkeitsebene im Entwicklungsprozess vielfach zu unvertretbaren Rechenzeiten führt, wird den Flussfaktoren in den meisten Fällen der Vorzug gegeben.

Im Mischreibungsgebiet kommt es bei Unterschreiten einer kritischen Schmierspalthöhe zwischen den rauen Oberflächen zu Festkörperkontakt. Die äußere Last wird hier anteilig durch Festkörperkontakte aufgenommen. Die Kenntnis dieser Festkörperkontaktkraft ist zur Berechnung der Mischreibung notwendig. Da zur Berechnung der mikroskopischen Festkörperkontakte der Schmierspaltverlauf wiederum bis auf Rauigkeitsebene beschrieben werden müsste, wird für die rauen Oberflächen eine integrale Festkörperkontaktdruckkurve bestimmt, die in die Berechnung der Hydrodynamik mit glatten Oberflächen zur Berechnung des Kräftegleichgewichtes im Mischreibungsgebiet einfließt.

Die spalthöhenabhängigen Druck- und Scherflussfaktoren sowie die integrale Festkörperkontaktdruckkurve werden für vermessene Oberflächen des jeweiligen Systems mit diesem Modul in einer Vorlaufrechnung ermittelt und können dann in dem jeweiligen Basismodul verwendet werden.

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